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Hatschepsut
Sie war die Tochter Thutmosis I., der ursprünglich nur ein General
gewesen war. Von seinem Vorgänger Amenophis I. wurde er zum Regenten
bestimmt, weil dieser keinen Sohn hatte. In ihren Jugendjahren scheint
Hatschepsut eine ägyptische Prinzessin gewesen zu sein. Nach dem
Tod ihres Vaters wurde ihr Halbbruder . Pharao, und Hatschepsut seine
königliche Gemahlin. Sie scheint ihre Rolle nach den Traditionen
des Landes ausgefüllt zu haben, auf Reliefs aus dieser Zeit erscheint
sie bescheiden hinter ihrem Gemahl.
Hatschepsut gebar ihrem Halbbruder Thutmosis II. eine Tochter - Neferure
- aber keinen Thronfolger. So wurde nach dem Tod Thutmosis II. sein Sohn
Thutmosis III., Kind einer Nebenfrau, der neue offizielle Pharao. Thutmosis
III. war noch zu jung für den Thron, daher übernahm Hatschepsut
die Regentschaft. Auf Darstellungen aus dieser Zeit erscheint sie gemeinsam
oder sogar hinter Thutmosis III. Dann jedoch setzte ein radikaler Umschwung
ein. Plötzlich wird Hatschepsut mit allen offiziellen Titeln eines
ägyptischen Pharao bezeichnet und ihr Stiefsohn erscheint nur noch
in einer nachgeordneten Rolle, wurde jedoch nie verleugnet.
Hatschepsut begann sich als einzigen rechtmäßigen König
Ägyptens darzustellen. Tempel wurden ausgeschmückt, Obelisken
errichtet und ein neues Grab wurde im Tal der Könige begonnen. Selbst
Amun, der Hauptgott, wurde angerufen, der angeblich in einem Orakel Hatschepsut
als Herrscherin über Ägypten bestätigt. In Bildwerken ließ
sie sich stets als König und nicht als Frau wiedergeben. Sie wurde
mit dem traditionellen Königsbart oder als Mann dargestellt. Eine
Expedition in das sagenumwobene Land Punt wurde durchgeführt. Dieses
Ereignis wurde im Totentempel der Haptschepsut in Deir-el-Bahri dargestellt,
der von Senmut errichtet wurde. Erstaunlich ist, daß dessen Abbildungen
im Totentempel selbst ungefähr 50mal erscheint. Sie sind so angebracht,
daß sie hinter den geöffneten Tempeltoren verborgen waren.
Auch sein Grab ließ er in der Nähe des Tempels anlegen. Der
eindrucksvolle Tempel liegt direkt vor einer steilen Felswand und zeigt
eine für Ägypten ungewöhnlich moderne Architektur.
Nach 20-jähriger Regierungszeit verstarb Hatschepsut. Man vermutet,
daß Thutmosis III. an ihrem Tod nicht ganz unschuldig war. Hierfür
gibt es jedoch keine Beweise. Gesichert ist jedoch, daß nach ihrem
Tod der Versuch unternommen wurde, das Andenken an Hatschepsut auszulöschen.
Man ließ ihre Obelisken im Karnak-Tempel ummauern, ihre Statuen
wurden verstümmelt und die Reliefs in den Tempeln ausgemeißelt.
Diese Spuren kann man noch heute im Tempel von el-Bahri erkennen. Diese
Zerstörungen scheinen erst relativ spät in der Regierungszeit
Thutmosis III. erfolgt zu sein.
Die Mumie Hatschepsuts wurde bis heute nicht gefunden. Vieles spricht
aber dafür, daß sie von Thutmosis III. ein königliches
Begräbnis erhielt und in ihrem Grab im Tal der Könige beigesetzt
wurde.
Hatschepsut-Tempel
Berühmt und gut erhalten ist der Terrassentempel in Deir el-Bahari.
Er liegt am westlichen Nilufer gegenüber von Karnak und gehört
zu den großartigsten Denkmälern altägyptischer Kultur,
vor allem auch durch eine nie wieder erreichte Einpassung des Bauwerks
in die eindrucksvolle Gebirgskette.
Der Tempel Hatschepsuts liegt neben dem Mentuhotep-Tempel, der ca. 550
Jahre zuvor erbaut wurde. Ein langgezogener 37 Meter breiter Aufweg führte
von einem heute zerstörten Taltempel hinauf zum ummauerten Vorhof.
Der Totentempel wurde in 3 Terrassen angelegt. Im Vorfeld der Rampe, die
vom Vorhof auf die erste Terrasse führte, konnten zwei T-förmige
Teiche nachgewiesen werden. Außerdem muß auch hier das Gelände
dicht bepflanzt gewesen sein. Die Sphinxfiguren der Königin, die
den Aufweg und die Verbindungsrampen zwischen den einzelnen Terrassen
säumten, konnten größtenteils nur noch zertrümmert
aufgefunden werden.
Auch unter Echnaton mußte der Tempel eine Zerstörungswelle
über sich ergehen lassen. Alle Reliefdarstellungen des Gottes Amun,
der als vermeintlicher Vater der Hatschepsut im Tempel einen besonders
breiten Raum einnahm, wurden ausgehackt. Doch Ramses II. ließ diese
Zerstörungen wieder ausbessern und hinterließ an mehreren Stellen
Hieroglypheninschriften, die an seine Restaurierungen erinneren. Heute
ist der Tempel weitgehend restauriert und für die Öffentlichkeit
zugänglich.
Traurige Berühmtheit erlangte der Hatschepsut-Tempel durch islamische
Terroristen, die 1997 ein Blutbad unter Touristen und Einheimischen anrichteten.
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