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Altgriechische Philosophie I ~ ab
600 vuZ
Die kosmogonische Dichtung kann als Anreger
und Vorläufer der Philosophie angesehen werden.
Es werden Mythen, Göttersagen und psychologische Ratschläge
wiedergegeben. Wesentliche Vertreter:
Homer ~ Ende des 8. Jhd. vuZ
Er hat
in Ilias und Odysee das Schicksal der Griechen und den trojanischen
Krieg
in Hexametern beschrieben..
Hesiod ~740
bis 670 vuZ
Er war
ein griechischer Bauer, Schafhirte und Dichter, der die
tradierten
Göttergeschichten niederschrieb.
Pherekydes ~
600 vuZ
Er war ein wesentlicher Mitbegründer der orphischen Theosophie
und verbreitete seine Lehren über die Entstehung von Feuer, Luft und
Wasser.
Musaios ~600
vuZ
Er war
ein Schüler des
Orpheus und war davon überzeugt,
dass ein Urgrund vorhanden sein muss, aus dem alles entsteht und in den
alles wieder zurückkehrt.
Milesische Naturphilosophen
Thales ~ 624 - 546 vuZ
war Reisender,
Geschäftsmann, Staatsmann und Naturforscher. Seine Neugier ließ
ihn Effekte des Magnetismus studieren. Mit Schattenstäben, wie
er sie vermutlich in Ägypten gesehen hatte, stellte er Höhenberechnungen
an und sagte auch die Sonnenfinsternis vom 28. Mai 585 vuZ vorher.
Für
ihn ist Wasser, dessen Verdampfung und Kondensation er als universale
Vorgänge ansah, der symbolische Urstoff der Welt. Damit war ein
Gedanke des Monismus (Ableitung aller Prinzipien aus einem Prinzip) geboren.
Der einzige, fast völlig sicher überlieferte Satz, der von
Thales stammt ist folgender: Alles ist aus dem Wasser entstanden.
Bekannt sind mathematisch anwendbare Lehrsätze des Thales, die noch
heute Gültigkeit haben. Er zählte zu den sogenannten sieben
Weisen Griechenlands.
Anaximandros ~ 610 - 546 vuZ
schrieb ein Werk über
die Natur. Ursache der Weltentstehung war nach seiner Meinung, dass sich
aus dem grenzenlosen Unverständlichen (grch. apeiron) die vier
Urstoffe absonderten.
Einige seiner Theorien:
Ein Feuerkreis um die Erde zerspringt (damit
versuchte er die erste physikalische Deutung der Bewegung der Himmelskörper).
Die Erde schwebt frei im Raum (damit kam er zu den gleichen Schlüssen,
wie die mittelalterlichen Astronomen).
Aus dem Urstoff entstehen neue
Welten deren Lebewesen sich von niederen zu höheren Formen entwickeln
(damit spricht er Elemente der Evolutionstherie an).
Anaximenes ~ 585 -
525 vuZ
Für
ihn ist der symbolische Urstoff die Luft, die er sich aber eher als belebenden
Atem, als lebendige Seele vorstellt. Alle Veränderungen der Welt
lassen sich aus „Verdünnung" und „Verdichtung"
der Luft erklären. Seine Weltentstehungstheorie enthält auch
eine periodische Zerstörung.
Pythagoras und
die Pythagoräer
Pythagoras ~ 570 - nach
510 vuZ
Er
stammt von der Insel Samos und hat
seine Lehr- und Wanderjahre vorwiegend im Orient und Ägypten verbracht.
Er ist wegen Missbilligung des Tyrannen Polykrates nach Italien ausgewandert
und starb in Kroton (heutiges Crotone, Italien). Er hat den nach ihm
benannten Lehrsatz (die Summe der Kathetenquadrate entspricht dem Hypotenusenquadrat)
nicht selbst entwickelt; dieser stammt aus Babylon. An weiteren Sätzen
wird ihm die zugerechnet: Die Winkelsumme eines Dreiecks ist immer gleich
zwei rechten Winkeln. Ähnlich wie in der babylonischen Kabbala (Zahlenmystik)
hatten die Zahlen 1 bis 10 für das pythagoräische System eine
besondere, mystische Bedeutung im Kosmos. Pythagoras behauptete, die
Sterne
machten bei ihrer Bewegung durch den Weltraum ein besonderes Geräusch
(Sphärenmusik), wie auch andere Körper dies bei Bewegung produzieren.
Als erster hat Pythagoras nicht nach einem Stoff gesucht, der die Welt
formte, sondern nach einem Urgesetz, das er in den Zahlen fand. Ein Blick
auf das periodische System der Elemente lässt diese Theorie
als nicht sehr abwegig erscheinen. Seine Anhänger bildeten eine
Sekte, die nach aristrokratischen Regeln lebte. Von dieser Sekte stammt
die Bekräftigung
"autos epha" (er hat es selbst gesagt).
Die Pythagoräer glaubten an eine Reinkarnation (Wiedergeburt) ähnlich
wie die Inder, bei der man je nach bewiesener Tugend oder Untugend als
höheres Lebewesen oder als Tier wiedergeboren werden konnte. Ihre
religiösen Riten hielten sie streng geheim und liessen dazu nur
Adepten (Eingeweihte) zu.
Alkmaion von Kroton ~ 500 vuZ
Er wird häufig den Pythagoräern
zugerechnet und hat sich mit der Entstehung von Sinneswahrnehmung (Sehen,
Hören etc.) beschäftigt. Er kam zum Schluss, dass das
Auge zwar sieht aber das Gehirn erst das Bild entwickelt und einordnet.
Gesundheit fasste er als Gleichgewichtszustand auf.
Die Eleaten
Sie stellten eine der ältesten philosophischen Schulen der
griechischen Antike dar und gehören zur Gruppe der Vorsokratiker.
Xenophanes von Kolophon ~um 570 - ~
470 vuZ
war Dichter und
Sänger und als Astronom, Meteorologe, Geograph und Geologe tätig.
Er begründete die Schule der Eleanten um 540 vuZ. Mythen
und Verherrlichung der Athlethen
lehnte er ab und wetterte gegen den anthropomorphen Polytheismus
(vermenschlichte Vielgötterei). Er lehnte also das von alten Dichtern
und Sängern
tradierte Götterpantheon ab und wird deshalb der Sturmvogel der
griechischen Aufklärung genannt. Gott
und das Weltganze sind für ihn das Gleiche (Pantheismus). Jede
Form von Aberglaube, Wunderglaube und Seelenwanderung ist ihm suspekt.
Parmenides ~ 540 - 480 vuZ (nach Darstellung
von Platon war er ~ 515 vuZ geboren)
Er geht davon aus, dass es
ein unveränderlich Seiendes gibt, jedoch kein Nichtseiendes, da
dieses nicht gedacht werden kann. Unter dem Seienden versteht er das
Raumfüllende,
ein Vakuum gibt es nach seiner Meinung nicht. Geht man von dieser Voraussetzung
aus, so hat jeder Körper seinen Ort. Da an einem Ort nur ein Körper
sein kann, kommt er zum Schluss, dass eine Bewegung der Körper
(dazu zählt auch das Wachstum) nicht möglich ist. Es gibt
lediglich ein unveränderliches Sein. Alles andere betrachtet
er als Gaukelei der Sinne und Quelle des Irrtums. Es kann nichts
wirklich behauptet werden
– ausser, dass das „Seiende existiert". Er wurde
wegen seiner Auffassungen, die der Lebenserfahrung widersprechen, stark
angegriffen.
Zenon von Elea ~ 490 - 430 vuZ
Er war ein Schüler des Parmenides und
verteidigte seinen Lehrer gegen Angriffe. So wurde er zum Begründer
der Dialektik (Unterredungskunst). Er führt den Angreifern vor
Augen, dass auch ihr Standpunkt zur Einheit und Vielheit der Dinge
zu Widersprüchen
führt.
Die Betrachtungsweisen Zenons haben Logikern aller Generationen als Knacknuss
gedient und waren beispielgebend. Seine bahnbrechende Leistung liegt
darin,
dass er vor Augen führte, dass auch selbstverständliche
und einleuchtend logische Aussagen sich bei näherer Betrachtung
durchaus als widersprüchlich erweisen konnten. Bekannt sind Achilles
und die Schildkröte.
Die Naturphilosophen des 5. Jahrhunderts
Für Heraklith
von Ephesus (genannt "der Dunkle") ~
540 - 480 vuZ
ist das Feuer die ursprüngliche Energie, die alles gebildet hat.
Aus der Gegensätzlichkeit der vier Elemente ist die Vielzahl der
Erscheinungsformen entstanden. (Wichtige Gegensätze: Schlaf-Wachen,
Hunger-Sättigung). Alles fliesst ( "panta rei"); man kann
nicht zweimal in denselben Fluss steigen.Beständigkeit ist eine Täuschung,
nur die Veränderung und die Gesetze der Veränderung oder der
Logos sind wirklich. Geforscht wird im "Hinhören" auf die
Natur, nicht im Experiment oder der logischen Ableitung. Heraklith ist
Vorläufer der stoizistischen Philosophie.
Empedokles von
Agrigent ~ 494 - 420 vuZ
auch er benennt vier Elemente: Feuer, Wasser, Erde und Luft, die
nicht aufeinander zurückführbar sind und durch Mischungsverhältnisse
alle Stoffe bilden. Liebe und Streit bringen die Mischungen hervor und
so entwickelt sich die Welt zyklisch vom Chaos zur Form und wieder zum
Chaos. Er betrachtet diesen Kreislauf als wahre Religion und lehnt persönliche
Götter ab. Er lehrt die Enstehung höherer Organismen aus
niederen Formen (Reihenfolge: Pflanze, Tier, Mensch), da das "Niedere"
jeweils dem "Höheren" als Nahrung dient. Eine vorweggenommene
Evolutionstheorie. In der Aussenwelt könne man nur erkennen, was
gleichartig in der Innenwelt existiert.
Anaxagoras ~
499 - 428 vuZ
Er war der Meinung,
dass sich alle Dinge aus kleinsten Teilchen oder „Homöomerien",
zusammensetzten. In seiner Entwicklung des Kosmos behauptet er, dass
ein
zielstrebiger Weltgeist (Nus) die Mischung und Trennung der Teilchen
zweckentsprechend auslöse und vertritt damit als erster einen teleologischen
Standpunkt. In Sonne und Mond sieht er glühende Steinhaufen. Er
ist Vorläufer
der atomistischen Theorie.
Leukipp 5. Jhd. vuZ
der
wohl die Atomlehre (kleinste unteilbare Teilchen, aus denen die Welt
besteht)
begründet hat, lehrt ausserdem einen Entwicklungsprozess durch die
Trennung und Vereinigung der Teilchen. "Kein Ding entsteht planlos,
sondern alles aus Sinn und Notwendigkeit" sagte Leukipp und hat
damit eine erste Formulierung des Kausalgesetzes vorgenommen
Sein Schüler Demokrit ~
460 -- 371 vuZ
sieht
ebenfalls in den "Atomen" (grch. Atomos: Unteilbares)
die kleinsten Teilchen, die sich im Leeren bewegen. Die einzelnen Erscheinungsdinge
zeigen sich durch die jeweilige Gestalt, Lage und Anordnung der Atome.Er
vertrat eine durchwegs materialistische Auffassung von der Natur und erklärte
alle natürlichen Erscheinungen aufgrund von Anzahl, Form und Grösse
der Atome. Die Sinneswahrnehmungen (Wärme, Kälte, Geschmack,
Geruch) resultieren aus quantitativen Unterschieden zwischen den Atomen.
Alles Dasein hat physikalischen Ursprung. Dazu zählen Pflanzen,
Tiere, Menschen und auch deren Denken, Empfinden und Ethik. Er formulierte
als
erster ein System des deterministischen (zwingend festgelegten) Materialismus.
Die Sophisten
Parmenides
wertet die Sinneserfahrung als
Illusion. Wahr ist einzig das Unvergängliche, Unveränderliche,
das Sein. Trügerisch hingegen die tägliche Beobachtung der Veränderung
der Erscheinungen. Da Erscheinungen werden und vergehen, lässt sich
darauf keine rechte Wahrheit aufbauen. Diese Sicht der Dinge gewinnt stark
an Einfluss. Er behauptet, dass der „Mensch das Mass aller
Dinge sei". Individualismus ist bei ihm grossgeschrieben. Ethische
Regeln lässt er gelten, wenn diese auch persönliche Vorteile
mit sich brächten.
Von Kritias von Athen sind im wesentlichen Äusserungen zur Entstehung der Religion überliefert.
Gorgias ist völliger Nihilist (lat.nihil: nichts). Denker
die alle Erkenntnismöglichkeiten, Werte und Ziele verneinen). Seine
Aussagen sind: Es gibt nichts, nichts ist erkennbar, nichts ist mitteilbar.
Zu diesem Schluss kommt er in der Überlegung, dass weder das Seiende
noch das Nichtseiende beweisbar sind.
Sokrates, Platon,
Aristoteles und ihre Schulen
Sokrates hat durch sein Auftreten
und sein "sokratisches Fragen" die Philosophie stark beeinflusst,
durch die er seine Schüler in Widersprüche verwickelt, die dann
aufgelöst werden müssen.
Er war von Beruf Schuhmacher und mit der sprichwörtlichen
Xanthippe, verheiratet. Sokrates nahm für seinen Unterricht kein
Geld an, denn seine Überzeugung war "ich weiss, dass ich nichts
weiss". Sein Schüler Platon hat ihm in seinen Dialogen ein Denkmal
gesetzt; eigene Schriften sind von ihm nicht überliefert. Er ist
der Meinung, dass jeder durch Reflexion in sich selbst die Wahrheit finden
kann. Aufgabe des Philosophen ist es, die Menschen zum eigenständigen
Denken anzuregen. Die Methode des Denkens und seine Lebenshaltung waren
sein Beitrag zur Geschichte der Philosophie. Sokrates wurde von den dreissig
Tyrannen wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt. Platon beschreibt
seine letzten Stunden. Er starb wie er gelebt hatte: als Philosoph.
Platon sieht die körperlichen Erscheinungen als Abbilder eines
Ideals, einer "Idee" auf das sie zurückzuführen sind.
Der erkennbare Bereich und der Bereich der ewigen, unvergänglichen
Ideen, werden bei ihm getrennt (Höhlengleichnis).
Damit werden die Sache und Reflektionen über die Sache ganz bewusst
auseinandergehalten und das Abstraktionsvermögen geschult.
Um die Idee zu erkennen ist Anleitung, Vernunft und die Distanz des Betrachters
nötig. Das Prinzip des Kreises ist nicht der Kreis selbst, da nur
in der Idee, in der Vorstellungskraft ein wirklicher, idealer Kreis möglich
ist. Auch was den Menschen ausmacht ist nicht seine Physis, sein Körper.
Vielmehr erheben ihn seine Ideen über die übrige Welt. Diese
Spaltung zwischen Tatsächlichem und Idee, zwischen Geist-Seele und
Körper wird in die christliche Tradition und damit in unser ganzes
Denken eingehen. Das Allgemeine, das den Dingen anhaftet, macht ihre Qualitäten
aus, das Besondere ist nur Eigenart einer vergänglichen Sache. Im
Bereich der ewigen Ideen sind die Richtlinien und Ideale zu finden, nach
denen alle Dinge und Handlungen beurteilt werden sollten.
Platons Ideenlehre und seine rationalistische Erkenntnistheorie sind Grundlage
für seinen ethischen und sozialen Idealismus, der auch Harmonie zwischen
den Gesellschaftsklassen fordert. Diese Harmonie kann nur durch die Herrschaft
der Besten (der Philosophen) gewährleistet werden. Wahrheit, Schönheit
und Gerechtigkeit sind in der Gottesidee vereint.
Die Ethik ist nach seinem Dafürhalten das wichtigste Gebiet der Philosophie.
Tugend und Weisheit sind für ihn identisch. Tugendhaft kann nur der
Weise sein, der Weise nicht anders als tugendhaft handeln. Ein Weiser
und Philosoph kann nur sein, wer in die Welt der Ideen eindringt und sie
verstehen lernt. Platons Gedanken über das absolute Gute, die höchste
Idee, wurde zu einer Hauptquelle pantheistischer und mystischer Lehren
der abendländischen Kultur.
Platon interessierten viele naturwissenschaftlichen Fragen, die Ideen
der politischen Theorie, der Metaphysik, der Theologie und der Epistemologie
(Erkenntnistheorie).
Er greift in seinen Schriften die Gedanken vieler Philosophen, die vor
ihm lebten auf und erläutert seine Gedanken in Dialogen, in denen
er sich mit anderen Denkern auseinandersetzt. Auf diese Weise haben wir
z.B. über Gorgias, Sokrates und andere Philosophen Kenntnis.
Aristoteles, Schüler des Platon und
Lehrer Alexanders des Grossen, kritisiert die Ideenlehre seines Vorgängers
hinsichtlich der Trennung von Idee und Materie. Idee ist als das "Wesentliche"
im konkreten Objekt enthalten. Also frägt er nach dem hinter den
Erscheinungen liegenden "Wesentlichen". Solch Wesentliches sei
der "Prozess", der in sich gleichbleibt, aber die Veränderung
der Erscheinungen ermöglicht. Im Samen liegt die ganze Pflanze mit
ihren Früchten. Er sieht in den Naturerscheinungen vier Grundursachen
wirken: die causa materialis (aus was ein Gegenstand ist), die causa formalis
(zu was die Substanz wird), die causa efficiens (durch was die Substanz
ihre Form erhält) und die causa finalis (wozu der Gegenstand ist).
Dabei sei es die der Natur inhärente Kraft, die ordnet, schafft,
gestaltet und nach dem Besten strebt. Die Substanz selbst sei unvollkommen,
d.h. sie brauche die Form (den Geist) zur Entwicklung. Dieser formende
Geist sei jedoch selbst natürlich. Die menschliche, vernünftige
Tätigkeit könne nur nachahmen und analog schaffen, was von Natur
vorgegeben ist, sie könne nicht über die Natur (den Prozess)
hinaus. Leib/Seele verhalten sich wie Substanz/ Form (wie z.B. Auge/Sehkraft).
Durch seine Seele ist der Mensch dem Beweger des Bewegten, dem Former
des Geformten, dem selbst unbewegt bewegenden und ungeformt formenden
Urgrund verwandt.
Er kennt eine Hierarchie der Dinge, in denen die Himmelskörper auf
ihren Bahnen höher stehen als z.B. die menschlcihe Seele. Diese Lehre
hatte grossen Einfluss in der mittelalterlichen scholastischen Philosophie
und Theologie.
Auch in ethischer Hinsicht müsse man von dem ausgehen, was der Mensch
ist, nicht von reinen Ideen. Ethische Gesetze sind Richtlinien für
ein glückliches Leben. In seiner politischen Theorie verteidigt er
die von einem weisen König regierte Monarchie als ideales politisches
Gefüge. Auch eine gemässigte, Demokratie ist eine Regierungsform,
die ihm als angemessen erscheint. Der Anschauung Platons, dass kein Mensch
absichtlich Böses tut, widerspricht Aristoteles und zeigt, dass diese
Aussage dazu führe, dass der Mensch seiner moralischen Verantwortung
enthoben sei.
Aristoteles entwickelte die Grundlagen vieler Wissenschaftszweige (Logik,
Biologie, Physik und Psychologie, Kunst und Literatur) und ihm verdanken
wir auch die Methode des logischen Schliessens (deduktives Schliessen).
Eine Erkenntnis könne nur durch eine Verallgemeinerung aus der Erfahrung
(empirisch) gewonnen werden.
Seine philosophischen Lehrstunden hielt er im Wandelgang (grch.:Peripatos)
seiner Schule ab, daher "Peripatetiker".
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