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Buddhismus, Ethik, Heilslehre / noch
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Im Buddhismus gibt es keinen persönlichen, strafenden Gott und keinen
liebevollen Erlöser: Jeder ist für seine Taten und für
sein Leben selbst verantwortlich. Alles was ein Mensch redet, handelt
oder unterlässt fällt auf ihn selbst zurück. Aus dieser
Grundhaltung heraus ist der Buddhismus keine missionierende Religion:
Bild und Sendungsauftrag des Erlösers fehlen.
Buddha sieht das Leben als ständigen Kreislauf von Geburt, Tod und
Wiedergeburt (Reinkarnationen) an. Das Anhaften (Gier) an Gegenständen,
Menschen, Genüssen etc. die man nicht erreichen kann oder von denen
man sich nach Aneignung wieder trennen muss, verursacht Leiden. Ebenso
der Hass und die Unwissenheit. Die Übel von Wahn, Gier und Hass sieht
Buddha als den Ursprung aller Probleme; sie machen das Leben leidvoll.
Da nun alles Dasein zunächst leidvoll ist, muss es das Ziel sein,
die Kette der Wiedergeburten zu vermeiden und endgültig zu erlöschen
(ins Nirvana einzugehen).
Verbindendes Glied zwischen jetzigem und früherem Leben ist eine
Kette von Ursachen und Wirkungen (Karma). Handlungen, die von Unwissenheit
(Wahn), Begierde (Gier) und Aggression (Hass) geleitet sind, bilden negative
Muster im eigenen Geist. Dies führt zur Wiedergeburt in niederen
Daseinsbereichen. Positive Handlungen haben dagegen positive Wirkungen.
Man gelangt zu höheren Daseinsformen.
Dauerhaftes Vermeiden des Leidens gelingt nur, wenn sich das Individuum
aus der Ursachenkette bedingter Existenz (Samara) befreit und den Zustand
des Nirvana erreicht, in dem alles Karma völlig erloschen ist.
Buddha fasste diese Einsichten in vier edle Wahrheiten,
die Hauptinhalte des Buddhismus sind, zusammen. Sie bilden das buddhistische
Glaubenbekenntnis.
- Wahrheit vom universalen Leiden (dukkha):
Das ganze Leben ist Leiden, Geburt, Krankheit, Tod.
- Entstehung des Leidens (samudhava):
Die Ursache des Leidens ist die Anhaftung an Wünsche und Begierden.
Der Durst nach Lust, der Durst nach Werden und Dasein, der Durst nach
Vergänglichkeit.
Häufig wird ein Rad (Rad der Wiedergeburten) dargestellt dessen drei
Speichen Wahn, Gier, und Hass symbolisieren. Diese psychischen und physischen
Ursachen lösen das Leiden aus und führen zu einer Ursachenkette
(buddhistischer Kausalnexus). Die Taten verlangen eine Vergeltung, die
zu immerwährender Wiedergeburt führt.
- Aufhebung des Leidens (nirodha):
Die Aufhebung des Leidens ist nur im Nirwana möglich, einem Zustand
der Befreiung von jeder Befleckung, von jeder Bindung an die Welt, von
der Unwissenheit, von der Begierde.
- Weg zur Aufhebung des Leidens (marga):
Der Weg zur Aufhebung des Leidens und zum Eingang ins
Nirvana ist der sogenannte edle achtfache
Pfad, ein Mittelweg zwischen den Extremen der Selbstkasteiung und
der Maßlosigkeit. Er gilt in allen Richtungen des Buddhismus als
der rechte Weg ( chin. Dau, Tao).
Der edle achtfache Pfad besteht aus:
1. rechter Erkenntnis, samma ditthi
Anschauung der 4 edlen Wahrheiten Verstehen der Natur der Dinge und der
Art ihrer Existenz
2. rechte Gesinnung, samma sankappa
Gute Gedanken fördern, schlechte vermeiden, Güte und Mitgefühl
für alle Lebewesen
3. rechte Rede, samma vaca
z. B. keine Lügen und Beleidigungen, keine unnützen Worte
4. rechte Tat, samma kammanta
Gute Taten, keine schlechten Taten, nicht töten, nicht stehlen, kein
sexuelles Fehlverhalten, keine Rauschmittel
5. rechtes Leben, samma ajiva
z.B. keine unmoralischen Berufe oder solche die anderen Schaden zufügen
6. rechtes Handeln und Streben, samma vayama
Ziele setzen, die Mühen erfordern
7. rechte Achtsamkeit, rechtes Überdenken, samma sati
Alles bewusst erleben, sein eigenes Denken, Reden und Handeln kontrollieren
8. rechte Sammlung, samma samadhi
Meditation üben und im Alltag anwenden. Der Meditation wird besondere
Bedeutung beigemessen und deshalb werden detaillierte Beschreibungen und
Anweisungen gegeben
Es handelt sich also um Kategorien von Vorschriften auf den drei Gebieten:
Ethik, Meditation, Weisheit.
Dabei wird der Meditation eine besondere, erlösende Rolle beigemessen:
Man betrachtet sein Inneres, blendet sich zeitweilig aus dem Alltagsleben
aus, gewinnt eine aussergewöhnliche Herrschaft über Körper
und Geist und sieht alle Dinge des Lebens einschliesslich der eigenen
Personen mit Abstand.
Die ethische Lehre wird von den budhistischen Richtungen unterschiedlich
umgesetzt:
Das Ziel des Hinayana (kleines Fahrzeug, ursprünglichste Lehre) kann
im wesentlichen nur von Mönchen verwirklicht werden: die Arhatschaft.
Nach Vernichtung von Haß, Gier und Wahn soll ein weltüberwindender
Heiliger entstehen, der im Tod ins Nirwana eingeht.
Im Mahayana (grosses Fahrzeug) erhält die Ethik eine laienverträglichere
Form: Der Gläubige soll ein Bodhisattva werden, der vielen Lebewesen
das Heil bringt.
Durch Ausübung der 10 Vollkommenheiten (paramita): Spenden, Zucht,
Geduld, Energie, Meditation, Erkenntnis, Geschicklichkeit in der Übermittlung
der Wahrheit, Entschluss, Wunderkraft und Wissen steigt er zur Vollendung
empor.
Weitere leichtere Abkürzungswege wurden gelehrt, weil sich der auf
Selbstzucht eingestellte Heilsweg teilweise als zu schwer erwies. Wer
sich der Gnade des Buddha Amitabha in der Todesstunde anvertraut, wird
in sein Paradies geholt, wo er ungestört zum Nirwana heranreift.
Eine anderer Erleichterung des Weges ist im Diamantfahrzeug die Rezitation
von Mantras und Ausführungen sakraler Handlungen mit dem Ziel der
Erleuchtung.
Dharma
- Sanskrit: Halt, Gesetz
- zentraler Begriff des Hinduismus, mehrere Bedeutungen: bezeichnet Weltordnung,
gesellschaftliche Ordnung,...
- im Buddhismus Dharma = ewige Wahrheit, die schon vor Buddha existierte
und die dieser wiederentdeckte und verkündete
- Dharma + Buddha + Sangha (Gemeinschaft der Mönche) zusammen das
Triratna (Drei Juwelen) = Grundlage Buddhismus
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